Quelle: Schwarzwälder Bote, Ausgabe vom 07.04.2022

Nach 20 Elfern: Donaueschinger ziehen ins Finale ein

DJK Donaueschingen – FC Denzlingen 8:7 (0:0) n. E.

Die Donaueschinger feiern nach einem Pokal-Krimi ihren größten Erfolg der Vereinsgeschichte. Am 21. Mai wird Oberligist SV Oberachern der Finalgegner der Donaueschinger sein. Die Oberacherner besiegten im anderen Halbfinale Radolfzell mit 4:0.

Am Mittwochabend um 20.33 Uhr fiel die Entscheidung in diesem sportlich-dramatischen Halbfinale. Aufgrund der Dunkelheit musste die Partie nach der Verlängerung vom Hauptrasen auf den Kunstrasen verlegt werden. Den insgesamt 19. Strafstoß (!) hatte für Denzlingen Elias Reinhardt vergeben. Nun musste für die DJK Jonas Schwer verwandeln. Und der zeigte keine Nerven und riss sein Team mit dem 8:7 in einen unglaublichen Freudentaumel. "Ich war im Tunnel. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl", strahlte der spielende DJK-Co-Trainer. "Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin", sang eine glückselige DJK-Mannschaft dann im Strafraum.

Die Aufstellung der Donaueschinger bescherte Überraschungen. Torjäger Stephan Ohnmacht (kurzfristig erkrankt) fiel aus, ebenso wie die Nummer 1 Robin Karcher, der ebenfalls seit Dienstag erkrankt ist. Im Tor stand deshalb Pascal Weisgerber. Im Abwehrzentrum war Jonas Schwer nach seiner Verletzungspause wieder zurückgekehrt. Ansonsten baute DJK-Coach Benjamin Gallmann auf die Spieler, die zuletzt in der Verbandsliga erfolgreich gespielt hatten.

Erstmals in diesem Jahr wurde ein Donaueschinger Heimspiel auf dem Hauptrasen ausgetragen. Die Witterungsbedingungen waren bei 656 Zuschauern optimal.

Die erste Halbzeit lief so wie erwartet. Der favorisierte Verbandsliga-Zweite aus Denzlingen hatte mehr Ballbesitz – die DJK agierte mit einer 4-4-2-Formation sehr stabil, machte in der eigenen Hälfte die Räume dicht.

Das Problem in dieser Phase war aus Donaueschinger Sicht jedoch, dass es im Spiel nach vorne kaum Entlastung oder große Chancen gab.

In der 27. Minute wurde ein Treffer der Denzlinger zurückgepfiffen, weil Ebrima Musu Jaiteh den Ball zuvor mit der Hand gespielt hatte.

In den letzten Minuten der ersten Halbzeit wurde es in beiden Strafräumen lebhafter. Der gute Denzlinger Kapitän Erdem Bayram (40.) kam nur einen Schritt zu spät gegen DJK-Keeper Weisgerber. Simon Walter und auch Michael Respondek verfehlten jeweils bei ihren Schüssen knapp das Donaueschinger Tor. Auf der anderen Seite setzte Andreas Albicker seinen Schuss über die Latte des Gäste-Gehäuses. Mit einem 0:0 ging es in die Pause.

Im zweiten Durchgang war es zunächst das gleiche Spiel wie in Halbzeit 1: Denzlingen überlegen – die DJK sehr strukturiert und stabil im Spiel gegen den Ball. Doch dann kippte die Partie gegen Ende hin etwas – Donaueschingen kam in der regulären Spielzeit noch zu glasklaren Chancen durch Ahmet Colak (68.) und durch einen knapp verfehlten Freistoß von Raphael Künstler (81.). Künstler war es auch, der fünf Minuten später an Gäste-Keeper Dominik Bergdorf scheiterte. Mit einem nun für Denzlingen schmeichelhaften 0:0 ging es in die Verlängerung.

Die erste Halbzeit der Verlängerung ging den Chancen nach klar an Denzlingen. Maurice von Winkler und Jonas Preußler vergaben gute Möglichkeiten. Doch es blieb weiterhin beim 0:0.

Die letzten 15 Minuten der Verlängerung brachen an. Und sie sahen mehr Spieler mit Wadenkrämpfen auf dem Rasen liegend, als noch Chancen. Es wurde langsam dunkel in Allmendshofen, als es um 20.13 Uhr rüber auf den Kunstrasen ins Elfmeterschießen ging!

DJK Donaueschingen: Weisgerber – Colak, Schwer, Schneider, Sarr, Albicker, (93. Wild), Hölzenbein, Reich (90. Moritz Richter), Ganter, Künstler (102. Schuler) Mößner

FC Denzlingen: Bergdorf – Dees, Bayram, Respondek, Garcia, Bacelic, Lawson, Jaiteh, Qorraj, Lettgen (25. Koberitz), Walter

Tore: Für die DJK verwandelten die Strafstöße: Hölzenbein, Ganter, Schuler, Mössner, Colak, Schneider, Richter und Schwer

Schiedsrichter: Jonas Brombacher (Kandern)

Zuschauer: 656

Trainerstimmen:

Benjamin Gallmann, DJK Donaueschingen: "Ich bin so stolz auf die Jungs. Das ist gerade unbeschreiblich. Dass wir noch das Elfmeterschießen auf dem Kunstrasen austragen mussten, hat diesen wahnsinnigen Pokal-Abend noch den letzten Kick gegeben. Unser Plan ist voll aufgegangen."

Milo Pilipovic, FC Denzlingen: "Wir sind sehr enttäuscht. Wir hätten bei unseren guten Chancen in der Verlängerung da die Partie für uns entscheiden müssen. Gratulation an Donaueschingen."